Sonntag, 21. Mai 2017

22.5.2017 Capella Palatina - Monreale - Fahrt nach Realmonte

Unser Palermoaufenthalt war leider zu kurz geplant: Heute müssen vor der Abreise noch die wichtigsten Kunstschätze Siziliens untergebracht werden: Die Kapelle im Palazzo Reale und Monreale:
Die Cappella Palatina („Palastkapelle“) wurde 1132 bis 1140 n. Chr. unter König Roger II. im normannisch-arabisch-byzantinischen Stil als Hofkapelle des Palazzo Reale errichtet. Das Mosaik in der Kuppel ist 1143 datiert. Vollständig fertiggestellt war die Ausgestaltung auch beim Tod Rogers 1154 noch nicht.


Aufbau und Ikonographie der Cappella Palatina sind dadurch bestimmt, dass sie den beiden damals auf Sizilien verbreiteten Riten, dem seit dem 8. Jahrhundert auf Sizilien vorherrschenden byzantinischen Ritus und dem von den Normannenherrschern wieder eingeführten römischen Ritus entsprechen sollten. Während nach byzantinischer (östlicher) Tradition die Ikonographie vertikal zu lesen ist (wie in La Martorana), das heißt ausgehend von der Kuppel nach unten, ist sie nach lateinischer (westlicher) Tradition horizontal zu lesen (wie in der Kathedrale von Monreale), also von vorne (der Apsis aus) nach hinten. Beide Traditionen sind in der Cappella Palatina verknüpft. An das nach Art eines Zentralgebäudes ausgeführte Presbyterium mit Kuppel schließt sich ein dreischiffiges Langhaus nach Art einer westlichen Basilika an.

          
                           
Der Fußboden ist mit kunstvollem Marmor und Porphyr geschmückt. Die Decke aus Holz ist reich mit arabischer Schnitzkunst (Muqarnas) verziert. Gestützt wird diese von massiven Marmorsäulen mit korinthischen Kapitellen. Der Höhepunkt sind aber wohl die Mosaiken an den Wänden und in der Kuppel. Während sich in der Kuppel acht Engel um Christus als Pantokrator reihen, sind an den Seitenwänden Darstellungen des Lebens Christi und Paulus, sowie Episoden aus dem Alten Testament. Die Mosaiksteine bestehen aus farbigem und mit Blattgold verziertem Glas.
Von 2003 bis 2008 wurden die Kapelle und ihre Mosaiken mit Unterstützung des deutschen Unternehmers und Kunstmäzens Reinhold Würth restauriert.
Nach einer schwierigen Ausfahrt aus Palermo - die Staus in Wien sind lächerlich aus sizilianischer Perspektive - erreichen wir etwa um 12:30h Monreale. Nach dem Wirrwarr der engen Gassen, in das uns der Navigator gebracht hatte, nehmen wir vor allem einmal einen köstlichen Lunch ein. 
Der Domplatz:
            
Ab 13:30h können der Kreuzgang und der Dom besichtigt werden: 
Monreale entstand im 13. Jh. um ein Benediktinerkloster. Die Stadt hat ein barockes Stadtbild und mit dem Duomo - einer gelungenen Symbiose aus islamischer, byzantinischer und romanischer Kunst - einen der größten Kunstschätze Italiens. 
Er wurde 1174 von Wilhelm II. gegründet und in kurzer Zeit mit der Abtei, dem Palazzo Reale und dem Bischofspalast vollendet. Der Dom Santa Maria Nuova ist berühmt für die byzantinischen Mosaiken und den Kreuzgang. Zusammen mit dem arabisch-normannischen Palermo und der Kathedrale von Cefalù wurde die Kirche 2015 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

          
Jedes Säulenpaar ist anders 
    

Blick auf den Hochaltar im Dom von Monreale 
Über dem Hochaltar....
                 

Da wir auf der Fahrt nach Realmonte - unserem nächsten Stützpunkt - eine Ausfahrt übersehen, lernen wir auch den Piazza della Repubblica von Mazara del Vallo kennen. Das Städtchen wurde zwischen dem 6. und 5. Jh. v. Chr. an der Westküste Siziliens von den Phöniziern gegründet. Die Araber begannen von hier aus die Eroberung der Insel und machten sie zum Zentrum des Val di Mazara. 
Mittelpunkt der Stadt ist der zwischen dem 17. und dem 18. Jh. angelegte barocke Piazza della Repubblica mit dem Dom, der 1093 erbaut und von 1690-94 erneuert wurde, und Seminario drei Chierici, in dem sich das Museo Diocesan befindet.
Trotz des Umwegs erreichen wir noch bei Tageslicht um 19h unser Quartier in Realmonte


















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